Dewezet 07.09.2011

Hessisch Oldendorf (ah). Autorenlesungen, Figurentheater, Beschallung der Mehrzweckhalle, zuletzt die Anschaffung von Musikinstrumenten und von gemütlichen Riesenkissen für die Schulbücherei. Das alles hat der Elternverein der Grundschule am Rosenbusch in den letzten Monaten ermöglicht. Doch jetzt tickt die Uhr, weisen die Zeiger darauf hin: Es ist kurz vor zwölf für den Elternverein.

Nicht zum ersten Mal sucht und findet der Elternverein keine neuen Kandidaten für den Vorstand. Das Kind der bisherigen Vorsitzenden, Tanja Reimer, hat die Grundschule in Richtung weiterführender Schule verlassen. „In diesem Fall schließt unsere Satzung eine Weiterarbeit im Vorstand aus“, so Tanja Reimer. Sie selbst hat den Vorsitz vor zwei Jahren in einer vergleichbaren Situation übernommen, auch da stand der Elternverein beinahe vor dem Aus.

„Dabei ist das alles gar nicht so viel Arbeit, ist der Zeitaufwand verhältnismäßig gering“, betont sie. Ein- bis zweimal pro Jahr finde eine Vorstandssitzung statt, alles andere könne telefonisch abgesprochen werden. Auf diese Weise sei etwa ein Flohmarkt in der Schule organisiert worden, der durch den Verkauf von Kaffee und Kuchen Geld in die Elternvereinskasse brachte. Die Verantwortung für das Schulfrühstück am Mittwoch – „früher unser größter Posten“ – sei von engagierten Eltern übernommen worden. „Unsere Arbeit beschränkt sich darauf, den Kontakt zu Schule und Eltern zu halten, aktiv zu werden, falls etwas angeschafft werden muss“, erklärt Tanja Reimer. Dafür müssten ab und an Spenden beantragt werden, entsprechende Formulare, die nicht allzu anspruchsvoll seien, sind vorhanden.

Aktuell diskutiert werde im Elternverein, ein Outdoor-Klassenzimmer zu errichten und neue Spielgeräte für die im Schuljahr 2011/12 angelaufene Nachmittagsbetreuung anzuschaffen – Ideen, die den Kindern zugutekommen sollen. Interessenten an einem Vorstandsposten macht Tanja Reimer Mut, schließlich sei der Verein momentan gut aufgestellt. Außerdem sei ihre Erfahrung: „Wenn man den Kontakt zur Schulleitung hält, läuft das von selbst.“ Lust und Spaß an der Sache sollte man aber schon mitbringen, „das sollten uns unsere Kinder ja wohl wert sein“. Nicht nur die Vorsitzende wird morgen ihr Amt niederlegen. Auch ein anderes Mitglied, voll berufstätige Mutter zweier Kinder, habe signalisiert, den Posten abzugeben, erzählt Tanja Reimer.

Bereits Ende Juni, also noch vor den Ferien, sollten bei einer Mitgliederversammlung Neuwahlen durchgeführt werden. Und nicht nur das: Zugleich war vorgesehen, aus dem Elternverein endlich einen eingetragenen Verein zu machen. Dadurch erhalte er die Berechtigung, bei entsprechenden Institutionen weitere Fördergelder für Anschaffungen zu beantragen, erklärt Tanja Reimer. Zu jener Versammlung, zu der alle Eltern Einladungen erhielten, seien nur fünf Eltern, darunter die vier Vorstandsmitglieder und eine Lehrkraft, erschienen, berichtet sie. Für die Gründungsversammlung eines eingetragenen Vereins sind jedoch im Minimum sieben Mitglieder notwendig.

„Das mit der Eintragung ins Vereinsregister haben wir 1997 versäumt“, gesteht Sabine Bormann, Mitglied des Gründungsvorstands. Sie erinnert sich an die erste Aktion des Elternvereins, die Ausrichtung eines Schulfestes: „Da kam ganz Hessisch Oldendorf.“ Schon in den Anfangsjahren habe der Verein, dem 50 Prozent der Grundschuleltern beitraten, „enorme Summen erwirtschaftet und bewegt“, sagt Sabine Bormann, die vier Jahre als Kassenwartin fungierte. Angeschafft worden seien etwa das Klettergerüst auf dem Schulhof, Mobiliar sowie ergotherapeutische Sport- und Spielgeräte. Aber sie erinnert auch daran, dass sich die Vorstandsmitglieder zur Werbung neuer Mitglieder und zum Erhalt finanzieller Zuwendungen „manches Mal die Hacken wund gelaufen haben“. Heute hat der Elternverein bei 304 Grundschülern 130 Mitglieder, auch schon einige aus den neuen ersten Klassen. „Was uns eben fehlt, sind aktive Mitglieder für den Vorstand“, betont Tanja Reimer.

Für den morgigen Donnerstag hat der Elternverein um 19.30 Uhr in den Konferenzraum der Grundschule am Rosenbusch eingeladen. Tagesordnungspunkte sind die Gründung eines eingetragenen Vereins und die Neuwahl eines Vorstandes. „Wenn der Elternverein wirklich nicht fortbestehen sollte, ist hier eigentlich Feierabend für Projekte, die das Schulleben ausmachen“, lautet der spontane Kommentar von Schulleiterin Monika Rehberger. Bei den Elternabenden appellierte sie, an dieser wichtigen Versammlung teilzunehmen und sich für den Elternverein und damit für die Kinder starkzumachen.

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