Mit einem Gummischuh trifft Lukas sogar Töne
(Dewezet 22.02.2011)

Hessisch Oldendorf (bj). „Erzähle es mir – und ich werde es vergessen. Zeige es mir – und ich werde mich erinnern. Lass es mich tun – und ich werde es behalten“, sagt Konfuzius. Diese Grundsätze des Lernens macht sich die Grundschule am Rosenbusch mit einer außergewöhnlichen Aktion zunutze. Unter dem Titel „Miniphänomenta“ können Kinder unmittelbare sinnliche Erfahrungen machen, und die Eltern sind in besonderem Maße aufgerufen, sich für die Schule und damit für das Lernen ihrer Kinder aktiv einzubringen.
Der achtjährige Lukas steht auf dem Flur vor einer Reihe von Plastikröhren und erzeugt mit einem Gummischuh verschiedene Töne. Daneben zeigt die siebenjährige Anna, dass bei der Kugelrampe eine Kugel zwischen zwei Stangen scheinbar bergauf läuft. Johannes und Phil experimentieren am Waagebalken, während Melina ihrer Mutter das Phänomen einer optischen Täuschung erklärt. Viele Kinder zeigen ihren Eltern an unterschiedlichen Versuchsstationen, was sie in den letzten Tagen zum Thema Physik auf spielerische Art und Weise beobachtet, ausprobiert und gelernt haben.
Die Idee dieses Projektes, bereits Grundschüler für Naturwissenschaft und Technik zu begeistern, stammt vom Arbeitgeberverband Nordmetall. An der Universität Flensburg wurden unter der Leitung von Professor Lutz Fiesser interaktive Experimentierstationen entwickelt, die einen großen Aufforderungscharakter haben und den Forscherdrang von Kindern fördern sollen. Die Grundschüler können dabei Phänomene aus Natur und Technik ergründen und mit den eigenen Sinnen begreifen.
„Als wir von der Uni Flensburg die Einladung zu einer Fortbildung mit dem Thema Miniphänomenta bekamen, haben wir die gerne angenommen“, sagt Isabella Rorzyczka, die Fachleiterin für den Sachkundeunterricht an der Grundschule am Rosenbusch. Ihre Kollegin Cristin Johnsen erinnert sich: „Wir haben Fotos, Material und Werkzeug bekommen und sollten einige Stationen nachbauen.“ Das Ergebnis begeisterte die Lehrerinnen, und es bedurfte nicht viel Überredungskunst, das Kollegium für die Ausstellung „Miniphänomenta“ zu gewinnen.
Dreißig Experimentierstationen wurden in den Fluren der Hessisch Oldendorfer Grundschule aufgebaut. Sämtliche Stationen der Flensburger Erfinder können sogar mit ein bisschen handwerklichem Geschick recht leicht nachgebaut werden. Genaue Pläne existieren, womit die Nachhaltigkeit des Projektes gesichert werden soll.
„Ich hoffe sehr, dass unsere Eltern mit ihren Kindern Spaß an den Stationen haben. Es ist unser Wunsch, dass sie einige Stationen der momentanen Ausstellung nachbauen. Erforderlich ist allein ein wenig Geschick, die benötigten Materialien sind preiswert und leicht zu beschaffen“, erklären Schulleiterin Monika Rehberger sowie Isabella Rorzyczka und Cristin Johnsen. Dieses aktive Mitwirken verändere das Lernklima und die Lernvoraussetzungen, die Kinder wären stolz auf das Engagement ihrer Mütter und Väter. Die Schüler könnten dann auch in den Pausen die Experimentierstationen aufsuchen und selbstständig forschen.
„Die Kinder gehen oft mehrmals zu einer Station, sie probieren und beobachten das Phänomen also über einen längeren Zeitraum“, hat Isabella Rorzyczka bei der bis Freitag laufenden Aktion festgestellt. Das Interesse sei geweckt, die Jungen und Mädchen experimentieren und formulieren auf der Basis eigener Beobachtungen erste Erklärungsansätze. Von diesem, mit positiven Emotionen besetzen Zugang zu den Naturwissenschaften erhoffen sich nicht nur die Lehrer der Grundschule am Rosenbusch ein nachhaltiges Interesse für Natur und Technik. Auch die Initiatoren der „Miniphänomenta“ sehen darin die Chance, schon Grundschüler zur Auseinandersetzung mit Alltagsphänomenen zu begeistern. „Die Eltern sind für den nachhaltigen Erfolg dieser Ausstellung ganz wichtig. Wenn sie in den Bann gezogen werden und mit uns Stationen nachbauen würden, könnten ihre Kinder täglich sinnliche und unmittelbare Erfahrungen machen“, wünscht sich das Kollegium.

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